Das neue Überwinterungsteam der Neumayer-Station III steht in den Startlöchern und befindet sich bereits in der Antarktis. In wenigen Wochen werden die neun Kolleg:innen die Station von ihren Vorgänger:innen übernehmen und dann rund ein Jahr vor Ort sein.

Inside AWI

Liebe Leser:innen, 

die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém ist vor wenigen Tagen beendet worden, mit einem Ergebnis, das hinter den Erwartungen vieler Expert:innen zurückgeblieben ist. Auch Wissenschaftler:innen vom AWI waren bei dem jährlichen Treffen wieder dabei. Unser Kollege Prof. Dr. Hugues Lantuit war vor Ort und berichtet hier, in der neuen Ausgabe unseres Newsletters, von seinen persönlichen Eindrücken sowie einer hoffnungsvollen Botschaft, die er mitgenommen hat. 

In unserer „Pressemitteilung des Monats“ erfahren Sie, warum Treibholz für die Küstenökosysteme der Arktis wichtig ist. Es stabilisiert die Küsten, bildet einen Lebensraum für Tiere und speichert Kohlenstoff. Zudem kann es Anzeichen für Umweltveränderungen darstellen. AWI-Forschende haben Treibholzablagerungen in der Arktis nun erstmals untersucht.

Ein herzlicher Glückwunsch geht an unseren Wissenschaftler Prof. Dr. Markus Rex. Er hat für seine Forschungsarbeit einen der renommiertesten Wissenschaftspreise erhalten: den NOMIS-Award.

Viel Freude bei der Lektüre und eine schöne Adventszeit!

Marlena Witte
Kommunikation und Medien
 
 

Pressemitteilung des Monats

Multitalent Treibholz: Erste großflächige Kartierung an arktischen Küsten
Treibholz spielt eine wichtige Rolle für arktische Küstenökosysteme: Es stabilisiert Küstenlinien, bietet Lebensraum für Tiere und speichert Kohlenstoff. Gleichzeitig kann es auch Hinweise auf Umweltveränderungen im arktischen Raum liefern, etwa für Sturmfluten, Küstenerosion oder sich verändernde Flussdynamiken. Trotz dieser wichtigen Rolle wissen wir noch sehr wenig über großflächige Verteilungsmuster von Treibholz. AWI-Forschende haben nun erstmals Treibholzablagerungen systematisch entlang einer 11.000 Kilometer langen Küstenlinie in Alaska und Nordwest-Kanada kartiert. Dabei nutzten sie Satellitendaten und KI-gestützte Auswertungsmethoden.

Das ist wichtig:

Vogelgrippe-Untersuchungen in der Antarktis

AWI-Forschende untersuchen auf einer Expedition in das neu eingerichtete Schutzgebiet „Danger Islands“, ob der Virus H5N1 auch unter antarktischen Seevögeln verbreitet ist und ob Pinguine, die in riesigen Kolonien brüten, bereits gefährdet sind.

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NOMIS-Preis für Markus Rex

Der Klimaforscher Prof. Dr. Markus Rex ist einer von drei Ausgezeichneten, die in diesem Jahr den NOMIS-Award für bahnbrechende interdisziplinäre Forschung erhalten. Die Auszeichnung gehört zu den höchstdotierten internationalen Wissenschaftspreisen.

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ERC Synergy Grant für AWI-Projekt

Der europäische Forschungsrat ERC unterstützt ein internationales Forschungsprojekt mit AWI-Beteiligung mit dem renommierten Synergy Grant in Höhe von 13 Millionen Euro. Das Projekt „FirnMelt“ möchte den Weg des Schmelzwassers auf Grönlands Gletschern untersuchen.

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Inklupreneur-Pledge für mehr Inklusion

Mit der Unterzeichnung des Inklupreneur-Pledge setzt das AWI ein Zeichen für mehr Inklusion in der Arbeitswelt. Im Rahmen der Initiative sollen neue berufliche Perspektiven für Menschen mit Behinderung geschaffen und inklusive Strukturen nachhaltig in der Unternehmenskultur des Instituts verankert werden.

Die Zukunft der Polarforschung

Bei einer Veranstaltung der Königlich Norwegischen Botschaft und des AWI im Rahmen der Berlin Science Week ging es am 5. November um den Blick in die Zukunft der Polarforschung. Im Mittelpunkt standen die geplanten Beiträge Deutschlands und Norwegens für das kommende fünfte Internationale Polarjahr, das 2032/2033 stattfinden wird.

Polar Experience

Am 6. Dezember eröffnet in Berlin „Polar Experience“ - die immersive Ausstellung über die Arktis und Antarktis. Das AWI hat daran mitgewirkt und ist offzieller Parner. Tickets sind ab sofort verfügbar, die Ausstellung läuft bis April 2016 in der Arena Berlin.

Mehr Infos

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Ein Vorgeschmack auf die neue Polarstern

Re­sü­mee zur UN-Klimakonferenz

von Prof. Dr. Hugues Lantuit
Es war nicht meine erste COP, aber sie war mit Abstand die beeindruckendste: Die Akustik und die schiere Anzahl von Menschen und Pavillons in diesem riesigen Gebäude, das speziell für diesen Anlass errichtet worden war, war einfach überwältigend. Tausende von Menschen strömten durch die Gänge der blauen und grünen Zone und besuchten Hunderte von Präsentationen, Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen, die alle gleichzeitig stattgefunden haben. Dies ist für mich ein Beweis für das enorme Interesse, das die COP mittlerweile jedes Jahr weckt, sowie für das allgemeine Interesse an Klimapolitik. Trotz der Hektik der Veranstaltung gewöhnt man sich schnell an das Tempo und besucht die Veranstaltungen, die für einen selbst am interessantesten sind.

Mein Beitrag konzentrierte sich in erster Linie auf die Präsentation und Erläuterung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Auftauen des Permafrostbodens und dessen Auswirkungen auf das globale Klima und die lokalen Gemeinschaften. Wie viele AWI-Wissenschaftler:innen vor mir leistete ich diesen Beitrag im Pavillon der International Cryosphere Climate Initiative (ICCI), einer großartigen Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Wissenschaftler:innen und lokalen Gemeinschaften aus den Arktis- und Bergregionen eine Stimme zu geben, um Regierungen, gemeinnützige Organisationen und internationale Foren zu erreichen.

Dort haben wir den neuen Bericht „State of the Cryosphere“ veröffentlicht, der die neuesten wissenschaftlichen Informationen über die gefrorenen Regionen der Erde zusammenfasst. Die Kernaussage dieses Berichts ist äußerst besorgniserregend, enthält aber auch eine hoffnungsvolle Botschaft: Jede Maßnahme zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen hat konkrete Auswirkungen auf das Schicksal der Kryosphäre. Jetzt ist es mehr denn je an der Zeit, zu handeln.
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Alfred-Wegener-Institut
Helmholtz-Zentrum
für Polar- und Meeresforschung
Am Handelshafen 12
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